Kapitalgesellschaften

Als Kapitalgesellschaften bezeichnet man solche Gesellschaften, in denen sich nicht Personen zusammenschließen, sondern haftendes Kapital bzw. Sachwerte in Form einer Einlage. Diese Einlage kann entweder in Geld (Normalfall) oder als Sacheinlage geleistet werden, wobei die Sacheinlage auf einen bestimmten Betrag bewertet werden muss. Der Hauptgrund für die Wahl der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft ist die Beschränkung der Haftung auf die jeweils geleistete Einlage, da ein Rückgriff auf das Privatvermögen des Gesellschafters nicht erfolgt. Somit kann sich ein Gesellschafter an mehreren Gesellschaften beteiligen, während bei Personengesellschaften davon ausgegangen wird, dass ein Gesellschafter seine volle Arbeitskraft nur einer Gesellschaft zur Verfügung stellt (vgl. § 112 Abs. 1 HGB). Die Haftungsbeschränkung bei Kapitalgesellschaften ist jedoch nicht absolut, da der Gesellschafter in Einzelfällen, z.B. aufgrund grober Pflichtverletzungen, durchaus persönlich zum Schadensersatz verpflichtet werden kann. Auch kann eine Haftungsbegrenzung nur dann entstehen, wenn der Gesellschafter seine Einlage auch in voller Höhe erbracht hat. Kapitalgesellschaften haben als „juristische Personen“ eine eigene Rechtspersönlichkeit und sind damit selbständige Trägerinnen von Rechten und Pflichten. Somit wird ein Handelsbetrieb von der oder die handelnden Personen gelöst und verselbständigt, so dass die Gesellschaft nicht mehr an eine bestimmte Person oder einen bestimmten Personenkreis gebunden ist. Das Wissen, als Unternehmer nicht mit seinem vollständigen Privatvermögen haftbar gemacht zu werden ist eine Grundvoraussetzung zur Eingehung wirtschaftlicher Risiken.