Jost Roth Collegen Rechtsanwälte

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die häufigste anzutreffende Kapitalgesellschaft. Dies liegt einerseits an ihrer im Vergleich zur Aktiengesellschaft größeren Flexibilität, aber auch an den geringeren Gründungserfordernissen, nicht zuletzt das geringere Stammkapital von € 25.000. Dies ist jedoch keineswegs selbstverständlich, da beispielsweise im Nachbarland Frankreich die Anzahl der Aktiengesellschaften (SA) die der Gesellschaften mit beschränkter Haftung (Sàrl) übersteigt. In einer Sonderform, der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist sogar eine Errichtung einer GmbH mit nur € 1,00 als Stammkapital möglich, wobei diese Form zahlreiche Einschränkungen mit sich bringt.

Die deutsche GmbH gilt im internationalen Vergleich als seriös und vertrauenswürdig und profitiert hierbei von der hervorragenden Außendarstellung des deutschen Mittelstandes. Die GmbH wird im Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) von 1892 reglementiert. Historisch ist zu bemerken, dass eine Vielzahl anderer Staaten das deutsche Modell als Grundlage genommen haben, darunter Österreich und Frankreich. Eine GmbH wird von einem oder mehreren Geschäftsführern vertreten, die nicht notwendigerweise identisch mit den Gesellschaftern sein müssen. Der Geschäftsführung kann ein Beirat als Pendant zum Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft zur Seite gestellt werden, wobei die Befugnisse dieses Beirats im Ermessen der Gesellschafter stehen. Durch diese Struktur und dennoch weitgehende Flexibilität eignet sich die GmbH auch als Rechtsform für große, Unternehmungen. Die GmbH stößt jedoch an ihre Grenzen wenn es darum geht, viel Kapital durch Investitionen zu gewinnen. Während eine Aktiengesellschaft durch Neuemission von Aktien stark wachsen kann, wächst eine GmbH in der Regel aus eigener Kraft und damit oftmals langsamer.